Franz Heeke
Eine Fluessigkeit in einem Glas rotiert, wenn sie exzentrisch geschwenkt wird. Meine Hypothese: "Schwenkeffekte" dieser Art spielen eine bedeutende Rolle in der Himmelsmechanik. Sie treiben und steuern die Rotation der Sonne und Planeten und beeinflussen wahrscheinlich auch unser Klima. Die vermutete Wirkungsweise ist in nachfolgenden Kapiteln beschrieben. Alle zentralen Himmelskoerper werden durch ihre Satelliten mehr oder weniger exzentrisch um den jeweiligen System- Schwerpunkt herum geschwenkt.
(a) Die Planeten zwingen der Sonne eine differentielle Rotation auf, die mit der Konstellation der Planeten variiert. Die differentielle Rotation erzeugt Wirbel und Turbulenzen, die wir als Sonnen- Flecken und -Aktivitaeten wahrnehmen.
(b) Die Monde der grossen Planeten beschleunigen die Rotation ihres Planeten so stark, dass an seinem Aequator Materie abgeschleudert werden kann. Die abgeschleuderte Materie bildet Planeten- Ringe oder Teile davon.
(c) Mittlere Dichte und Abplattung der Planeten haengen ab vom Verhaeltnis Umfangsgeschwindigkeit zu Entweichgeschwindigkeit. Ueber ihre Einwirkung auf die Rotation des Mutter- Planeten beeinflussen Monde damit auch dessen Dichte und Abplattung. Das gilt im Prinzip auch fuer Planeten und Sonne, sowie fuer Exoplaneten und deren Sonnen.
(d) Die Planeten in unserem Sonnen- System haben sich ueber Drehimpuls- Austausch so eingeordnet, dass die gegenseitigen Stoerungen Minimalwerte erreichen. Das drueckt sich wahrscheinlich aus im Titius-Bode Gesetz.
(e) Nebular- Hypothesen, wonach alle Himmelskoerper des Sonnen- Systems aus dem gleichen rotierenden Ur- Nebel oder Scheibenstern entstanden sein sollen, sind kaum noch haltbar. Zumindest einige Planeten oder Monde sind getrennt entstanden, wurden eingefangen und haben sich eingeordnet.
Welche dieser Folgerungen richtig oder falsch sind, muss die Zukunft zeigen.
Das Phaenomen einer rotierenden Fluessigkeit in einem geschwenkten Glas ist bekannt. Die Fluessigkeit erhaelt ihren Drehimpuls aus der ungleichfoermigen Bewegung, die Rotationsachse steht senkrecht zur Schwenk- Ebene. Meines Wissens gibt es keinen Fachausdruck fuer dieses Phaenomen, deshalb hier der Begriff "Schwenkeffekte". Ein rotierender Teller auf dem Stab eines Jongleurs dreht sich nach dem gleichen Prinzip, ebenso ein Gewicht, welches an einem Faden umher geschwenkt wird. Auch sportliche Hammer- Werfer nutzen Schwenkeffekte, wenn sie die Hammer- Masse vor dem Fortschleudern beschleunigen. Vom physikalischen Prinzip her sind solche Effekte vergleichbar mit der Wirkungsweise einer Schaukel Figure-2
Effekte der beschriebenen Art treten nur auf bei exzentrischer, nicht bei genau kreisfoermiger Bewegung. Das ist mit einer Fluessigkeit in einem Glas leicht nachzuweisen. Beim Schwenken von Gewichten an Faeden verschiedener Laenge erkennt man zudem, dass Massen auf unterschiedlichen Radien unterschiedlich (differentiell) auf eine bestimmte Schwenk- Bewegung reagieren.
Grundsaetzliche Ueberlegungen ueber Schwenk- Bewegungen in der Himmelsmechanik sind nicht neu. Schon Galileo Galilei studierte vor ueber 400 Jahren Wasser- Bewegungen in einer geschwenkten Vase. Er versuchte dabei, die Gezeiten der Meere zu erklaeren und wies darauf hin, dass die Erdrotation, in Verbindung mit dem Umlauf der Erde um die Sonne, zu Beschleunigungen und Verzoegerungen der Erdoberflaeche in einem Halbtages- Rhythmus fuehrt, Refs [01]. Galileis Gezeiten- Theorie wurde spaeter verworfen, ist vielleicht teilweise aber doch richtig, wenn die Schwenk- Bewegung um das Baryzentrum Erde- Mond in die Betrachtung mit einbezogen wird.
Als Ingenieur und Amateur- Astronom habe ich mich nun seit ueber 30 Jahren mit Schwenkeffekten beschaeftigt, angeregt durch eine Arbeit von Paul D. Jose (1965): "Sun's motion and sunspots" - [02]. Alle zentralen Himmelskoerper werden durch ihre Satelliten mehr oder weniger exzentrisch umher geschwenkt, abhaengig von der Masse und den Umlaufbahnen der Satelliten. Das erzeugt nach meiner Theorie im Zentralkoerper Drehimpuls, wenn dieser gasfoermig oder in gewissem Grade "elastisch" ist. Bei gasfoermigen Zentralkoerpern kommt es dabei zu einer differentiellen Rotation, weil deren Massen auf unterschiedlichen Radien unterschiedlich auf die jeweilige Schwenk- Bewegung reagieren. Die Rotations- Achse des Zentralkoerpers stellt sich moeglichst senkrecht zur Schwenkebene, zur mittleren Umlaufebene des oder der Satelliten.
Meine Theorie muss anhand mathematischer Modelle ueberprueft werden. Bei der jetzigen noch unbefriedigenden Beweislage erwarte ich nicht, dass sie kritiklos akzeptiert wird. Im Kapitel 6 sind Hinweise gegeben auf moegliche Ueberpruefungen. Vielleicht ergeben sich irgendwann belastbare Beweise fuer die Richtigkeit meiner Thesen.
Paul D. Jose berechnete die Schwenk- Bewegung der Sonne um das Massen- Zentrum des Sonnen- Systems fuer die Jahre von 1843 bis 2013; Er verglich diese mit den damals vorliegenden Sonnenflecken- Kurven und fand deutliche Uebereinstimmungen. Er kam zu folgender Schlussfolgerung: "Die aufgezeigten Zusammenhaenge bedeuten, dass bestimmte dynamische Kraefte, die von den Planeten- Bewegungen aus auf die Sonne einwirken, die Ursache der Sonnen- Aktivitaet sind." und weiter: "Aehnliche vorlaeufige Studien fuer Erde und Mond deuten an, dass vielleicht auch die Wetterbedingungen auf unserer Erde von solchen Kraeften beeinflusst werden."
Die von Jose berechnete Schwenk- Bewegung der Sonne ist auszugsweise in Figure-1 wiedergegeben. Nach meiner Deutung erzeugen die angefuehrten "bestimmten dynamischen Kraefte" die zur Diskussion gestellten Schwenkeffekte. Das fuehrt zu folgender grundsaetzlichen Erklaerung der Sonnenflecken- Zyklen:
Durch die aufgezeigte Schwenk- Bewegung wird der Sonne eine differentielle Rotation aufgezwungen. Da die Drehimpuls- Uebertragung abhaengig ist vom Achs- Abstand der geschwenkten Masse, reagieren Sonnen- Massen auf unterschiedlichen Radien unterschiedlich auf die jeweilige Schwenk- Bewegung. Die differentiell rotierenden Massen der Sonne reiben sich dann zwangslaeufig aneinander. Nach meiner Auffassung sind die dabei erzeugten Wirbel und Turbulenzen das, was wir als Sonnen- Aktivitaeten und -Flecken beobachten. Das Erscheinungsbild aendert sich je nach Phase der Schwenk- Bewegung. Die Polaritaet der Sonnenflecken kehrt sich um, wenn sich die Art der Schwenk- Bewegung grundsaetzlich aendert:
Unsere Sonne wird von den Planeten abwechselnd ueber groessere und kleinere Schleifen geschwenkt (Figure-1). Jeder Schleifen- Durchlauf deckt sich zeitlich etwa mit einer Flecken- Periode. Beim Durchlaufen einer grossen Schleife ist die Sonnen- Bewegung erkennbar schneller, beim Durchlaufen kleiner Schleifen langsamer. Ein neuer Zyklus beginnt, mit einer Umkehr der Polaritaet, wenn die Sonne von einer Schleife in die naechste wandert, sich also Schleifen- Radius und Schwenk- Geschwindigkeit deutlich aendern. Je nachdem, ob die Sonne ueber eine grosse oder kleine Schleife geschwenkt wird, werden Sonnen- Massen auf groesserem oder kleinerem Radius staerker angetrieben. Die Richtung des Energie- Austausches zwischen den differentiell rotierenden Sonnen- Massen kehrt sich dann um, damit auch die Drehrichtung der Wirbel. Der Unterschied in der Groesse der mittleren Schleifen - Radien mag dabei bestimmend sein fuer die Intensitaet der jeweiligen Sonnenflecken- Zyklen.
Veraenderungen der allgemeinen und der differentiellen Rotation der Sonne im Verlauf der Flecken- Zyklen sind in einer Reihe von Forschungs- Arbeiten beschrieben, [03]-[06]. Diese Arbeiten stuetzen meine Erklaerung. Dabei erscheint auch folgender Zusammenhang plausibel: Jene Energiemenge, die in den Sonnen- Flecken verwirbelt wird, wird von der Rotations- Energie der Sonne abgezweigt. Je mehr Flecken auftreten, desto langsamer dreht sich die Sonne. Sie rotiert schneller, wenn keine oder wenig Flecken vorhanden sind. Dabei draengt sich ein Vergleich auf zur Erdrotation: Die Tageslaenge der Erde (LOD) variiert um Millisekunden, was man auf Turbulenzen in der Atmosphaere zurueckfuehrt [10].
Wenn Schwenkeffekte die Rotation der Sonne antreiben und steuern, muss das in gleicher Weise auch fuer die Planeten gelten. Das erklaert wahrscheinlich die Bildung von Planeten- Ringen.
Meine Hypothese will nicht besagen, dass Sonne und Planeten ihren jeweiligen gesamten Rotations- Drehimpuls ueber Schwenkeffekte erhalten haben. Ein Teil der Rotations- Energie mag aus ihrer Entstehung stammen. Aber, die Satelliten, Planeten oder Monde, bestimmen die Rotations- Periode des jeweiligen Zentralkoerpers und die Lage seiner Rotations- Achse. Letztere stellt sich, unter Beruecksichtigung der Traegheits- Momente, moeglichst senkrecht ein zur mittleren Umlaufebene des oder der Satelliten.
In den Quellen Refs [25] und [26] wird in mathematischen Formeln ein Zusammenhang aufgezeigt zwischen der Rotations- Periode einer Zentralmasse und den Massen und Umlauf- Perioden ihrer Satelliten. Das stuetzt meine Theorie, ebenso wie die Tatsache, dass sich bei den grossen Planeten, wie bei der Sonne, differentielle Rotationen zeigen. Im Falle der Erde sind die "Jet Streams" moeglicherweise Ausdruck einer differentiellen Rotation.
Die Einwirkung der Planeten auf die Lage der Sonnen- Achse wird in neueren Forschungs- Berichten ebenfalls bestaetigt und etwa wie folgt beschrieben [07]): "Planets make their star wobble" oder [08]: "Die Schwerkraft der Planeten laesst die Sterne im Rhythmus der Umlaufzeiten pendeln. Jupiter etwa, mit 318 Erdmassen groesster Planet unseres Sonnensystems, zieht die Sonne mit 20 Meter pro Sekunde hin und her". Fuer das System Erde- Mond liegen aehnliche Berichte vor. Die franzoesischen Forscher Jacques Laskar und Philippe Robutel wiesen in Komputer- Simulationen nach, dass unser Mond die Lage der Erdachse stabilisiert und bestimmt [09].
Die angefuehrten Forschungs- Arbeiten entsprechen meiner These. Aber, was in letzteren Veroeffentlichungen der Schwerkraft zugeschrieben wird, muss meines Erachtens ganz oder teilweise Schwenkeffekten zugeordnet werden.
Nach meiner Auslegung kann die Rotation eines Planeten ueber Schwenkeffekte auch so stark beschleunigt werden, dass es zum Abschleudern von Materie kommt. Das koennte die Bildung von Planeten- Ringen erklaeren. Dabei darf man aber annehmen, dass das Abschleudern nicht durch Fliehkraefte allein bewirkt wird. Andere physikalische Vorgaenge (Eruptionen, Wirbelstuerme etc.) moegen diesen Vorgang unterstuetzen. In der Umlaufbahn selbst mag sich die abgeschleuderte Ringmaterie dann noch vermischen mit eingefangenen kosmischen Partikeln, oder Bruchstuecken anderer Himmelskoerper.
Figure-2 zeigt grob errechnet, die Schwenk- Bewegungen der Planeten Jupiter und Saturn. Diese sind, aufgrund der relativ kurzen Mond- Umlaufzeiten, enger und schneller als die der Sonne. Beide Planeten werden jeweils in weniger als 20 Tagen entlang einer Schleife geschwenkt. Dabei zeigen sich aber erkennbare Unterschiede: Die Schwenk- Bewegungen des Jupiter sind erratisch, die des Planeten Saturn gleichfoermiger. Das muss sich erwartungsgemaess in den Oberflaechen der Planeten widerspiegeln. Tatsaechlich ist die Oberflaeche des Jupiter ja unruhiger als die des Saturn. Wahrscheinlich ist der "Grosse Rote Fleck" des Jupiter eine den Sonnenflecken vergleichbare Erscheinung.
Die schnellen Schwenk- Bewegungen der grossen Planeten bewirken also nach meiner Auslegung deren schnelle Rotation, die dann zum Abschleudern von Materie, und zur Bildung von Planeten- Ringen, fuehrt. Diese Annahme wird gestuetzt durch die Tatsache, dass Planeten- Ringe bisher nur beobachtet werden bei den Planeten Saturn, Jupiter, Uranus und Neptun, hier aufgelistet in der Reihenfolge der Groesse ihres Ring- Systems. Aus der Tabelle 2 ist zu ersehen, dass diese Planeten in der gleichen Reihenfolge ein relativ guenstiges Verhaeltnis aufweisen von Aequator- Umfangs- Geschwindigkeit zu Entweich- oder Orbital- Geschwindigkeit.
Die Zahlen der Tabelle 2, Figure-2 , legen nahe, dass das Verhaeltnis "Aequator- Umfangs- Geschwindigkeit zu Entweich- oder Orbital- Geschwindigkeit" auch bestimmend ist fuer die mittlere Dichte der Planeten. Eine solche Verknuepfung erscheint plausibel. Die bei der Rotation auftretenden Fliehkraefte wirken der Kontraktion und Verdichtung entgegen. Dies naturgemaess umso mehr, je guenstiger das erwaehnte Verhaeltnis ist. Aus der Tabelle ist desweiteren zu ersehen, dass die Abplattung der Planeten ebenfalls dem erwaehnten Verhaeltnis folgt. Das ist in gleicher Weise zu erwarten.
Falls meine Theorie richtig ist, steuern Schwenkeffekte also nicht nur die Rotation der Planeten, sondern beeinflussen dadurch auch deren Durchmesser, Form und mittlere Dichte. Das muss dann im Prinzip auch fuer die Sonne gelten und fuer andere Stern- Systeme.
Wenn sich bestaetigt, dass die
Rotation der Sonne von den Planeten bestimmt wird, draengen sich neue
Ueberlegungen auf zur Entstehung des Sonnen- Systems.
Bisherige
Theorien gehen zumeist zurueck auf Ueberlegungen von Kant und
Laplace: Es wird angenommen, dass Sonne, Planeten und Monde etwa
gleichzeitig aus einem flachen, rotierenden Ur- Nebel oder
"Scheibenstern" entstanden sind. Dabei kann aber die
Verteilung des Gesamt- Drehimpulses nur schwer erklaert werden. Die
Sonne vereinigt etwa 99,9 % der Masse des Sonnen- Systems auf sich,
hat aber in ihrer Rotations- Bewegung weniger als 1 % des System-
Drehimpulses. Das ist mit bisherigen Theorien nur vereinbar, wenn man
annimmt, dass die Sonne irgendwann sehr viel ihres urspruenglichen
Drehimpulses abgegeben hat an die Planeten und Monde. Wie das
geschehen sein koennte, bleibt umstritten.
Die bestehende System- Drehimpuls- Verteilung erklaert sich von selbst, wenn meine Theorie sich als richtig erweist. Ebenso erklaert sich die Lage der Sonnen- Achse und Aequator- Ebene. Letztere richtet sich aus nach der mittleren Umlaufebene der Planeten. Es ist damit leicht vorstellbar und wahrscheinlich, dass einzelne Koerper des Sonnen- Systems getrennt entstanden sind und sich dann einordneten. Nach jetzigem Wissen dehnt sich das Universum kontinuierlich aus (Urknall- Theorie etc.). In seiner Fruehzeit war die Distanz zwischen benachbarten Proto- Sternen und Ur- Nebeln geringer, was den Zusammenschluss zu Systemen erleichtert haben muss.Wir wissen auch, dass kuenstliche Satelliten unser Sonnen- System verlassen koennen, um sich vielleicht in einem anderen System einzuordnen. Ebenso moegen auch natuerliche Himmelskoerper, Planeten, Monde und Kometen, ein System verlassen und von einem anderem eingefangen werden, wenn der verlassene Zentralkoerper etwa Masse verliert.
Meine Theorie erleichtert wahrscheinlich auch ein Verstehen des Gesetzes von Titius- Bode. Der Drehimpuls- Austausch zwischen Planeten und der Sonne ist nicht einseitig. Es treten Rueckwirkungen auf von der Sonne hin zu den Planeten (Abschleudern von Sonnen- Wind etc.) und zwischen den Planeten untereinander. Bei einem solchen Drehimpuls- Austausch streben die Planeten vermutlich Bahnen an, auf denen die gegenseitigen Stoerungen Minimalwerte erreichen. Das koennte im Titius- Bode Gesetz zum Ausdruck kommen. Der aeussere Planet Neptun folgt diesem Gesetz nicht, was plausibel erscheint. Aufgrund des grossen Abstandes zu den anderen Planeten sind die gegenseitigen Stoerungen hier bereits gering. Zum anderen fehlt nach dem Titius- Bode Gesetz zwischen Mars und Jupiter ein Planet. Stattdessen findet sich dort der Planetoiden- Guertel mit zahllosen kleineren Himmelskoerpern. Es liegt die Vermutung nahe, dass umher wandernde Kleinplaneten sich in diesen freien Bereich eingeordnet haben und vielleicht auch noch weiterhin einordnen.
Wenn das Titius- Bode Gesetz Bereiche angibt, in denen Planeten oder andere Satelliten relativ stabile Umlauf- Bahnen finden, mag eine Weiterentwicklung auch zur Beantwortung der Frage fuehren, warum die Planeten Merkur und Venus, und die Monde im Sonnen- System, keine Satelliten haben. Vielleicht gibt es um diese Himmelskoerper herum keine Abstands- Bereiche, in denen langfristig stabile Orbits moeglich sind. Krater auf Merkur, Venus und den Monden zeugen von vielen Zusammenstoessen mit anderen Himmelskoerpern. Da sollte es auch Begegnungen gegeben haben, die zu einem Einfangen zumindest kleinerer Satelliten fuehren mussten.
Nach meinem Verstaendnis koennen Schwenkeffekte in mehrfacher Weise auf unser Wetter und Klima einwirken, sowohl ueber die Schwenk- Bewegung der Sonne, als auch ueber die Schwenk- Bewegung der Erde selbst. Wie gross oder gering diese Einwirkungen jeweils sind, mag dabei zunaechst offen bleiben:
Von der beschriebenen Schwenk- Bewegung der Sonne ausgehend sind folgende Wirkungen denkbar oder wahrscheinlich:
- Einfluesse, die direkt von den
Sonnen- Aktivitaeten ausgehen (Eruptionen, Sonnenflecken etc.).
-
Veraenderungen der Solar-Konstanten bei Beschleunigung oder
Verlangsamung der Sonnen- Rotation. Es aendert sich dann der Radius
und die mittlere Dichte der Sonne, damit wohl auch die Solar-
Konstante.
- Ablenkung des Sonnen-Windes, wenn die Sonnen- Achse
aufgrund der Schwenk- Bewegungen taumelt [07|, oder wenn sich die
Richtung der Schwenk- Bewegung aendert.
Mit der Bewegung der Sonne, Sonnenflecken und deren Auswirkungen auf Klima und Klimawandel hat sich Dr. Theodor Landscheidt (gest. 2004) lange beschaeftigt Refs [15]. In seinen Publikationen sind Veraenderungen der Solar- Konstanten und des Sonnen- Durchmessers im Verlauf der Flecken- Zyklen beschrieben. Diese Zusammenhaenge sind auch in anderen Forschungs- Berichten behandelt, etwa in den Quellen [16]-[18][28]. Sie erscheinen plausibel im Rahmen meiner Theorie.
Der Mond schwenkt unsere Erde im Prinzip in gleicher Weise umher, wie die Planeten die Sonne (Jose) [02]. Dabei sind folgende Rueckwirkungen auf das Klima denkbar:
- Beschleunigungen / Verzoegerungen
beweglicher Luft- und Wasser- Massen durch die mit wechselndem Mond-
Abstand variierenden Schwenk- Bewegungen.
- Beschleunigungen oder
Verzoegerungen der Erd- Rotation durch Stoerungen der Mondbahn, die
dann zu Veraenderungen globaler Luft- und Wasser- Zirkulationen
fuehren (z.B. El Nino, Jet- Streams).
- Verlagerungen der Erdachse
infolge von Schwenk- Bewegungen, was ebenfalls zu Veraenderungen
(Ablenkung) globaler Zirkulations- Systeme fuehren mag.
-
Veraenderung der Erdbahn aufgrund der Sonnen- Schwenk- Bewegung.
Die durch den Mond verursachten Schwankungen in der Erd- Schwenk- Bewegung sind meiner Vermutung nach beteiligt an den als gesichert geltenden Mond- Einfluessen auf die Atmosphaere [13]. Dazu ist bekannt, dass die Rotations- und Pol- Bewegungen der Erde sowohl laengerfristig, als auch messbar in kurzfristigen Abstaenden schwanken [10][11]. Die Laenge eines Tages (LOD) etwa variiert um Millisekunden, und die Pole wandern gelegentlich kurzfristig um mehrere Meter aus ihrer Mittel- Lage heraus. Die Ursachen dafuer sind teilweise noch ungeklaert. Der Gedanke, Schwenkeffekte in die Ursachen- Forschung mit einzubeziehen, kann nicht falsch sein. Wenn beispielsweise erwiesen ist, dass Planeten ihrer Sonne eine Taumel- Bewegung aufzwingen [07], muss das auch fuer Mond und Erde gelten. Die wichtigsten externen Stoerungen der Mondbahn (damit der Erd- Schwenk- Bewegung) gehen von der Sonne und den Nachbar- Planeten aus. Bei den Nachbar- Planeten mag sich das Augenmerk auf den Mars richten. Die "Quasi biennale Oszillation" der Stratosphaere, die von grosser Bedeutung fuer das Klima unserer Erde ist [12], hat eine aehnliche Periode wie die synodische Periode der Planeten Erde- Mars (etwa 2.14 Jahre).
Ueber Veraenderungen der Planeten-Bahnen im Verlauf der Sonnenflecken- Zyklen wird in verschiedenen Arbeiten berichtet [19]. Stoerungen der Planeten-Bahnen wiederum koennen sich ueber Aenderung der Schwenk- Bewegung dann auch auswirken auf die Rotation eines Planeten, was in mehreren Arbeiten beschrieben wird [20][21]. Im Falle der Erde wiederum mag auch das zu Klima- Einwirkungen fuehren [12].
Es liegt nahe, meine Theorie ueber die aufgezeigten Zusammenhaenge zu ueberpruefen. Hinweise fuer die Richtigkeit - oder aber Unhaltbarkeit - der Theorie erwarte ich vor allem ueber
Schwenkeffekte koennen offensichtlich ueber technische Experimente naeher erforscht werden. Die notwendigen Geraete dafuer sind in vielen Forschungs- Instituten vorhanden. Bei den Versuchen muss sich zeigen, dass die Rotations- Geschwindigkeit der geschwenkten (nicht starren) Masse abhaengt von der Schwenk- Frequenz, waehrend der Gradient der differentiellen Rotation von der Exzentrizitaet der Schwenk- Bahn bestimmt wird. Die Rotations-Achse stellt sich senkrecht zur Schwenk- Ebene.
Die Nutzung von Schwenkeffekten ist
in der Raumfahrt grundsaetzlich bekannt. In sogenannten "Fly-
by- Manoevern" werden kuenstliche Satelliten in exzentrischen
Schleifen um einen Planeten herum gefuehrt (slingshot action). Dabei
nimmt der Satellit Energie auf und gewinnt an Hoehe. Der Planet gibt
die entsprechende Menge Energie ab. Es findet ein Drehimpuls-
Austausch statt. Aehnliches ist uns bekannt von Erde und Mond (Mond
gewinnt an Hoehe, die Rotation der Erde verlangsamt sich).
Die
beschriebenen "Fly- By- Manoever" kann man als
"Aufschaukeln" betrachten. Das ist meiner Vermutung nach
auch in einem technischen Geraet realisierbar. Dazu sind in einem
getrennten Artikel Experimente zur
Diskussion gestellt.
Ueberarbeitungen der Jose- Studie mit aktuellen Zahlenwerten moegen zu neuen Erkenntnissen fuehren. Dies insbesondere, wenn die Daten der damals (1965) unberuecksichtigten Inneren Planeten in die Berechnung mit einbezogen werden. Die Inneren Planeten beeinflussen die Schwenk- Bewegung der Sonne (Figure-1) kaum, haben aber aufgrund der kurzen Umlaufzeiten einen relativ staerkeren Einfluss auf die Sonnen- Rotation, wenn die beschriebene Theorie richtig ist. Diese Aussage wird gestuetzt durch die Faustformel von Jacques Bouet [25], die einen Zusammenhang aufzeigt zwischen Masse und Umlaufzeiten der Satelliten einerseits und der Rotationsperiode der zugehoerigen Zentralmasse andererseits. In seine Formel geht die Umlauf- Frequenz der Satelliten in der dritten Potenz ein. Satelliten auf engen Bahnen haben damit einen staerkeren Einfluss auf die Rotation der Zentralmasse, als jene auf entfernteren Bahnen. Ein Anschauungs- Beispiel dafuer koennte der Vergleich Mars und Erde bieten: Mit zwei Kleinst- Monden auf engen Bahnen rotiert der Planet Mars etwa genauso schnell wie die Erde mit ihrem maechtigen Mond auf einer weiten Bahn.
Die Faustformel von Jacques Bouet wird untermauert durch eine detaillierte Gleichung, die in neuerer Zeit entwickelt wurde von Samy Esmaeil [26]. Das fuehrt zu der Schlussfolgerung, dass die Inneren Planeten ueber ihre Einwirkung auf die Sonnen- Rotation wahrscheinlich auch die Sonnen- Aktivitaeten mit beeinflussen.
Die Formeln von Jacques Bouet und Samy Esmaeil muessen, wenn sie richtig sind, auch fuer Exo- Planeten und deren Zentral- Sonnen gelten. Der Versuch, entsprechende Nachrechnungen anzustellen, mag eine interessante Herausforderung sein.
Die Planeten- Daten der Tabelle 2 deuten darauf hin, dass es einen physikalischen Zusammenhang gibt zwischen dem Verhaeltnis von Entweich- Geschwindigkeit (Masse) zu Umfangs- Geschwindigkeit eines Planeten einerseits, und seiner Dichte und Elliptizitaet andererseits. Das muss dann im Prinzip auch fuer die Sonne und andere Sterne gelten. Die Erforschung dieser Beziehungen mag zu neuen Aspekten fuehren in verschiedenen astronomischen Fragen (Stern- Helligkeit - Spektrum).
In der Erforschung des Planeten Saturn liegt aus der Mission der Raumsonde Cassini eine Fuelle neuer Daten vor. Moeglicherweise laesst sich daraus nachweisen, dass sich die Ringsysteme und die Rotationsdauer des Saturn periodisch veraendern - abhaengig von den Mond- Umlaeufen. Das waere ein weiteres Indiz fuer die Richtigkeit der aufgestellten Thesen.
Die Erforschung der Sonnen- Aktivitaeten gewinnt immer mehr an Bedeutung, sowohl im Hinblick auf Stoerungen des rapide zunehmenden Welt- Funkverkehrs, als auch im Hinblick auf Klima- Einfluesse. Folgende grundsaetzlichen Aussagen beduerfen einer Ueberpruefung:
- Die Planeten zwingen der Sonne ueber Schwenk- Bewegungen eine differentielle Rotation auf. Der Gradient der differentiellen Rotation variiert dabei, abhaengig von der Exzentrizitaet der Schwenk- Bahn (Figure-1). Reibungen der differentiell rotierenden Sonnen- Massen erzeugen jene Wirbel und Turbulenzen, die wir als Sonnen- Flecken und Sonnen- Aktivitaeten wahrnehmen. Die Bewegungs- Energie der Wirbel und Turbulenzen wird von der Rotations- Energie der Sonne abgenommen. Bei vielen Flecken rotiert die Sonne deshalb langsamer, dagegen schneller, wenn keine oder wenig Flecken auftreten.
- Bei Beschleunigung ihrer Rotation blaeht sich die Sonne auf, ihr Durchmesser wird groesser und die mittlere Dichte entsprechend geringer. Damit variiert auch die "Solarkonstante" im Verlauf der Flecken- Zyklen.
Diese Zusammenhaenge sind teilweise bereits in verschiedenen Forschungsberichten behandelt.
Nach zahlreichen Forschungs- Berichten rotierte die Sonne in der zweiten Haelfte des 17. Jahrhunderts schneller, die Flecken- Zyklen blieben aus, soweit das damals beobachtbar war (Maunder Minimum), und das Klima in Europa wurde kaelter (kleine Eiszeit). Es kam zu Miss- Ernten und in Asien und Afrika zu teilweise extremen Duerre- Perioden mit fatalen Hungersnoeten. Nach vorhergehenden Ausfuehrungen muss das laengere Ausbleiben der Sonnenflecken erklaerbar sein ueber eine weniger exzentrische Schwenk- Bewegung der Sonne. Das kann durch Nachrechnungen ueberprueft werden.
Nach begruendeten Vorhersagen von Dr. Theodor Landscheidt, Refs [15], ist das naechste laengere Sonnenflecken- Minimum schon bald zu erwarten, mit einem Tiefpunkt um das Jahr 2030 herum. Moeglicherweise hat dieses "Landscheidt- Minimum" nun (4-2011) bereits begonnen. Nach der Jose- Studie (Figure-1) durchlief die Sonne in den letzten Jahren eine Schleife mit geringer Exzentrizitaet, aehnlich jener zu Beginn des Maunder-Minimums. Dabei war die Zahl der Sonnenflecken auch lange ungewoehnlich niedrig. Der derzeitige Flecken- Zyklus 24 wird nach offiziellen Schaetzungen weiterhin schwaecher verlaufen als die vorhergehenden. Vielleicht folgen weitere schwache Zyklen wie zu Beginn des 19. Jahrhunderts (Dalton- Minimum). Das ist von hohem Interesse. Die mit laengerer geringer Sonnen- Aktivitaet zu erwartende Abkuehlung wuerde dem vieldiskutierten Treibhaus- Effekt entgegen wirken, nach historischen Vergleichen aber gleichzeitig eine weltweite Zunahme extremer Klima- Ereignisse mit sich bringen (ungewoehnliche Winter in hoeheren Breitengraden, atypischer Monsun- Ablauf in Subtropen, verbreitete Duerre-Perioden).
Wenn das Titius- Bode Gesetz Abstandsbereiche bezeichnet, in denen die gegenseitigen Stoerungen der Planeten Minimalwerte erreichen (Kapitel 4), muss das in Komputer- Simulationen ueberpruefbar sein. Dazu wurde die Vermutung angesprochen, dass Kleinplaneten auf unregelmaessigen Bahnen und umher irrende Himmelskoerper sich in den Planetoiden- Guertel zwischen Mars und Jupiter eingeordnet haben und auch weiterhin einordnen, um dort stabile Umlaufbahnen zu finden. Moeglicherweise ist das irgendwann nachweisbar. Die Frage, ob im Planetoiden- Guertel aus mehreren Kleinplaneten auch ein groesserer Planet entstehen kann, ist zunaechst spekulativ, vielleicht aber eine Ueberlegung wert. In der Stabilitaet von Planeten- Bahnen geht es desweiteren natuerlich nicht allein um optimale Abstandsbereiche. Die Planeten muessen auch ihre Bahn- Ebenen annaehern. Das Sonnensystem waere wohl nicht stabil, wenn etwa die Bahnebenen der grossen Planeten stark gegeneinander geneigt waeren. Auch das wird sich in Komputer- Simulationen zeigen.
Bahn- Anpassungen und Annaeherungen von Bahnebenen wie beschrieben muss es natuerlich in Planeten- Mond- Systemen ebenfalls geben. Bei den erratischen Schwenk- Bewegungen des Planeten Jupiter (Figure-2) sind solche Veraenderungen dort am ehesten zu erwarten.
Nach erdgeschichtlichen Forschungen rotierte unsere Erde in der Fruehzeit des Sonnen- Systems merklich schneller als heute [24], die Aequator- Ebene lag anders geneigt und der Abstand des Mondes war geringer. Als Folge der schnellen Rotation muessen Durchmesser und Abplattung der Erde damals groesser gewesen sein als jetzt und ihre mittlere Dichte war geringer. Vielleicht ergeben Nachrechnungen mit den Formeln [25] und [26] dazu ergaenzende Erkenntnisse. Die damalige andere Lage des Erd- Aequators kann, wenn die beschriebene Theorie richtig ist, nur ueber eine andere Neigung der Mondbahn- Ebene erklaert werden (Beispiel Uranus). Dabei muss eine groessere Neigung der Mondbahn- Ebene, vor deren Annaehrung an die Ekliptik, verbunden gewesen sein mit einer geringeren Stabilitaet des Systems (staerkere Taumel- Bewegungen der Erde). Vielleicht laesst sich auch das nachweisen. Die Frage, welche Durchmesser unsere Erde und ihre Atmosphaere hatten, bevor sich die Rotation verlangsamte, hat durchaus praktische Bedeutung. Gleichzeitig mit der Verzoegerung der Erd- Rotation gingen gewaltige Massen an Kohlendioxyd und anderen Gasen in feste oder fluessige Stoffe ueber (Kohle, Erdoel, Kalkstein, Erze, Salze). Dieser Vorgang wird durch massive Verbrennung fossiler Brennstoffe und durch industrielle Prozesse jetzt teilweise umgekehrt. Das fuehrt nicht nur zu dem vieldiskutierten "Treibhaus- Effekt", sondern, in Verbindung mit dem Ansteigen der Meeres- Spiegel, auch zu Veraenderungen der Traegheits- Momente. Das gilt insbesondere fuer die Luft- und Wasser- Massen. Vielleicht sind diese Veraenderungen klein, aber doch nachweisbar und moeglicherweise auch von Einfluss auf unser Klima (z.B. Veraenderung der Gezeiten- Stroeme).
F. Heeke - Homepage 10-99 (last
updated 4-2011)
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